Tanja Mehlstäubler wird für ihre Arbeiten zur Multi-Ionen-Uhr ausgezeichnet. Ihre Forschung durchbricht die bisherige Präzisionsgrenze optischer Ionenuhren, die aufgrund des schwachen Signals einzelner Ionen extrem lange Messzeiten benötigten. Durch das neu entwickelte Konzept der Multi-Ionen‑Uhr (auch „Kristalluhr“ genannt) wird das Signal verstärkt, sodass Messungen bis zu hundertmal schneller und mit bisher unerreichter Genauigkeit möglich werden. Die Arbeit zeigt erstmals, dass Coulomb-Kristalle trotz ihrer komplexen Wechselwirkungen so präzise kontrolliert werden können, dass sie als hochgenaue Zeit- und Frequenzreferenzen dienen. Damit werden Unsicherheiten im Bereich von und darunter in realistischen Zeiträumen erreichbar, was neue Anwendungen in Erdbeobachtung, Tests der Relativitätstheorie und fundamentaler Physik eröffnet. Langfristig ebnet die Technologie den Weg zu kompakten, transportablen Quantensensoren und präzisen Uhren für geodätische Anwendungen.
Die Preisverleihung findet im Rahmen des Falling Walls Science Summit vom 6.-9. November in Berlin statt.